Recycling


FAQ

Eine Ökobilanz (auch Lebenszyklusanalyse) ist eine systematische Analyse der Umweltauswirkungen von Produkten während ihres gesamten Lebenswegs, von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Mit Ökobilanzen können die direkten Auswirkungen auf Wasser, Luft und Boden genauso beschrieben werden wie die indirekten, etwa auf die Gesundheit des Menschen oder das Klima. Die Erstellung von Ökobilanzen ist in der Norm ISO 14044 geregelt.

In der Ökobilanz werden alle Material- und Energieaufwände berücksichtigt, die zur Herstellung, Verwendung und Entsorgung eines Produktes benötigt werden.

Die Analyse beginnt bei der Rohstoffgewinnung: Für Papier und Holz ist dies der Wald, für Metalle der Steinbruch oder das Bergwerk und für fossile Rohstoffe das Öl- oder Gasfeld. Die Produktionsphase umfasst die Herstellung der Rohstoffe und Materialien und in weiterer Folge die Herstellung der eigentlichen Produkte. Sämtliche Transporte und Energieaufwände werden ebenfalls berücksichtigt.

In die Nutzenphase schlagen beispielsweise die Auslieferung der Produkte, das Waschen von Mehrweggebinden, die Reparatur und Wartung oder einfach nur der Betrieb von Autos, Fernsehern oder Kühlschränken zu Buche.

Am Ende der Lebensdauer werden die Produkte stofflich oder energetisch genutzt beziehungsweise deponiert. Die dabei benötigten Aufwände werden genauso berücksichtigt, wie die ersparten primären Rohstoffe bei der stofflichen Verwertung oder eingesparten Energieträger bei der thermischen Verwertung.4

Zuerst werden die „funktionelle Einheit“ – beispielsweise ein Liter Mineralwasser abgefüllt in Österreich und verkauft im Lebensmitteleinzelhandel – sowie die räumlichen (Österreich) und zeitlichen (2018) Systemgrenzen definiert, um nicht am Ende Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Dafür wird eine Aufstellung des gesamten Ressourcen- und Energieverbrauchs zur Herstellung, zum Gebrauch und zur Verwertung der analysierten Produkte erstellt, die Sachbilanz. Sämtliche Transporte werden erhoben und die Pfade der Verwertung definiert. Daraus lassen sich etwa Energie-, Wasser- und Landverbrauch ableiten.

Weitere Umweltauswirkungen müssen dann berechnet werden, etwa die Treibhausgasemissionen. Die verschiedenen Treibhausgase (CO2, Methan, Lachgas, FCKW) tragen unterschiedlich zum Klimawandel bei. Auch das wird in der Ökobilanz berücksichtigt. Am Ende erhält man für jedes analysierte Produkt eine Zahl mit der Einheit Kohlendioxid-Äquivalente. Je höher diese Zahl ist, umso mehr trägt das Produkt zum Klimawandel (auch CO2-Fußabdruck oder Carbon Footprint genannt) bei. Bei andern Umweltauswirkungen – etwa der Versauerung der Böden, der Überdüngung der Meere, der Belastungen durch Sommersmog oder der Zerstörung der Ozonschicht – geht man genauso vor.

Es wurden der Einfluss auf den Klimawandel, die Versauerung der Böden, die Bildung von Sommersmog sowie der Wasserverbrauch analysiert.

Die Ergebnisse gelten für Österreich.

Die Ergebnisse sind grundsätzlich nicht übertragbar und von einigen Faktoren abhängig. Da in anderen Ländern die Transportdistanzen unterschiedlich sind, der Strom aus anderen Quellen gewonnen wird, Abfälle deponiert statt separat gesammelt und verwertet werden, gilt eine Ökobilanz immer nur für das definierte Produkt innerhalb der räumlichen und zeitlichen Grenzen.

Alle Methoden haben Grenzen. Eine Ökobilanz stellt die Umweltauswirkungen von Produkten dar. Noch fehlen fundierte Daten, wie eine Kunststoffflasche das Meer oder eine achtlos weggeworfene Aludose am Wegrand die Umwelt beeinflusst. Daher ist es umso wichtiger, dass wir unsere Abfälle separat sammeln und verwerten.

In Österreich werden acht von zehn PET-Einwegflaschen separat gesammelt und recycelt. Die anderen beiden landen im Restmüll und werden verbrannt, wodurch Strom und Fernwärme gewonnen werden. Mehrwegverpackungen hingegen gehen nach Gebrauch zum abfüllenden Unternehmen zurück, werden gereinigt und wieder befüllt. Dem Vorteil der mehrmaligen Nutzung stehen mehr Transporte und der Aufwand für die Reinigung gegenüber. Daher ist es wichtig, hohe Umlaufzahlen zu erreichen und die Transportwege vom Abfüller zum Konsumenten kurz zu halten.

Recyceltes Material hat zumeist deutlich weniger Umweltauswirkungen als neu produziertes. Mit anderen Worten: je höher der Anteil an Rezyklat, desto besser die Ökobilanz.

Vermeidung ist sicher die erste Wahl, wenn es um das Thema Abfall geht. Diesbezüglich haben wir in Österreich mit unserer hervorragenden Wasserqualität eine glückliche Situation. Leider gibt es aber in vielen Regionen keine ausreichende Wasserqualität. Dort sind Menschen auf abgefülltes Wasser angewiesen. Flaschen ermöglichen den sicheren und hygienischen Transport von Wasser in diesen Ländern. Abgesehen davon ist Leitungswasser und Mineralwasser nicht dasselbe.

Das kommt stark auf den Inhalt und das Material an. In der Ökobilanz rechnen wir mit 30 Umläufen bei Glasflaschen und 20 Umläufen bei Kunststoffflaschen.

Es wurden typische Markenprodukte ausgewählt, die von fast allen Menschen regelmäßig gekauft werden.

Für Verpackungshersteller und Abfüller sind sie die Grundlage, um ökologisch fundierte Entscheidungen über Material und Design zu treffen.

Der Auftraggeber hat lediglich festgelegt, welche Markenprodukte bewertet werden. Bei der Erstellung der Ökobilanz war der Studienautor, Roland Fehringer von c7-consult, vollkommen unbeeinflusst. c7-consult hat sämtliche Produkte im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel eingekauft und die Flaschen, Verschlüsse und Etiketten selber gewogen. Aufgrund der langjährigen Erfahrung in der Ökobilanzierung von Getränkegebinden für verschiedenste Verpackungshersteller kann der unabhängige Wissenschaftler auf ein breites Wissen zurückgreifen. Zudem wurden die Ergebnisse durch einen ebenfalls unabhängigen Kollegen Harald Pilz geprüft.

Neben dem Material selbst sind es vor allem folgende Faktoren: die Anzahl der Umläufe bei Mehrweggebinden, der Recyclinganteil an der Verpackung, die Transportentfernungen, das Abfallwirtschaftssystem im jeweiligen Land und die Quellen der eingesetzten Energieträger.

Ausschlaggebende Größen – die Umlaufzahl von Mehrweggebinden, die Entfernung zwischen Hersteller und Einzelhandel, die Anteile an Sekundärmaterial sowie die Sammel- und Verwertungsquote – wurden in zusätzlichen Szenarien untersucht, bewertet und vom unabhängigen Experten Harald Pilz geprüft. Laut dessen Einschätzung sind die Ergebnisse sehr zuverlässig.

Ein Mehrwegsystem ist mit Zusatzkosten verbunden. PET-Mehrweg-Flaschen für Wasser und Limonade wurden zuletzt in Österreich von den KonsumentInnen nicht gut genug angenommen und sind daher wieder vom Markt verschwunden.

Glas ist schwerer als Kunststoff, Aluminium oder Verbundkarton. Das höhere Gewicht wirkt sich negativ auf die Ökobilanz aus, weil mehr Material hergestellt werden muss. Das höhere Gewicht hat noch einen zweiten Nachteil: Es können weniger Flaschen auf einem LKW transportiert werden. Es sind also mehr Fahrten notwendig, um die gleiche Menge zu transportieren.

Der Einsatz von wiederverwertetem Material (Rezyklat) wirkt sich immer positiv auf das Gesamtergebnis aus. Daher sollten alle Maßnahmen unterstützt werden, die Wertstoffe im Umlauf halten. Einweggebinde haben bei größeren Transportdistanzen Vorteile, Mehrweggebinde bei geringeren. Ein Verbot von Einweggebinden würde die Ökobilanz für viele Produkte verschlechtern.

Verpackungshersteller können durch „Design for Recycling“ optimal wiederverwertbare Verpackungslösungen entwickeln. Um das zu ermöglichen, müssen Abfüller und KonsumentInnen Zugeständnisse an die Optik von Verpackungen machen: lichtdichte Kunststoffverpackungen etwa lassen sich beim Recycling nicht trennen. Die KonsumentInnen ihrerseits haben die wichtige Aufgabe, ihren Müll zu trennen und richtig zu entsorgen. Das achtlose Wegwerfen darf nicht passieren. Die Entsorgungs- und Verarbeitungsbetriebe können Sammelsysteme ausbauen, und das Recycling-Infrastruktur und technologische Verbesserung investieren, etwa bei der Sortierung.

Laut Altstoff Recycling Austria (ARA) werden Glasflaschen zu 80, PET-Flaschen zu 75 und Alu-Getränkedosen zu 70 Prozent wiederverwertet.

Nachdem jede Verpackung und jeder Konsum Umweltauswirkungen nach sich ziehen, sollte das eigene Konsumverhalten hinterfragt werden. Der Einkauf von regionalen Produkten ist positiv, weil es Transportwege einspart. Jede und jeder sollte den Müll richtig trennen und dadurch Wertstoffe dem Recycling zuführen. Keinesfalls jedoch sollten gebrauchte Verpackungen im Restmüll oder gar in der Umwelt „entsorgt“ werden.

Nein. Es wird nur berücksichtigt, was tatsächlich passiert, nicht was passieren könnte. Wenn also ein Material tatsächlich recycelt wird, dann wird dies in der Ökobilanz berücksichtigt.

Glossar

Studie zu Verpackungen in Österreich

Die komplette Studie ist hier zum kostenlosen Download verfügbar

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